ARTe Reloaded

ARTe Reloaded sind virtuellen Ausstellungslandschaften der ARTe Kunstmessen, unterteilt in einzelne Würfel, den ARTCubes. ArtCubes sind nach europäischen Hauptstädten benannt, werden miteinander zu einer Kunstlandschaft verbunden und in jedem ARTCube präsentieren ausgewählte Künstler ihre neuesten, künstlerischen Positionen.

Ist die ARTe Reloaded eine weitere virtuelle Kunstmesse?

Wohl eher ‘Nein’. Während ‘echte’ Kunstmessen historisch ein Beschleuniger der Verkaufsprozesse ‘Käufer geht ins Atelier’ oder ‘Käufer geht in die Galerie’ waren, sind virtuelle Kunsterlebniswelten wie die Reloaded Teil eines vorgelagerten Prozesses, in dem es um ‘Prospecting’ geht, also zunächst einmal dem Identifizieren potentieller, neuer Käufer und neuer Interessenten – und die Betonung liegt zu 100% auf neu – und insofern sind diese virtuelle Welten viel mehr ein Marketing- als ein Verkaufsprozess.

Und wer diesen Gedanken erst einmal akzeptiert und verinnerlicht, der sieht auch sofort, dass eine direkte Übertragung eines ‘realen’ Kunstmessekonzeptes in eine virtuelle Kunstmesse nicht funktionieren kann, denn bestehende Kunden verweigern sich dem neuen Kaufprozess (denn sie haben ja einen anderen Prozess und gehen in das Atelier oder in die Galerie) und potentielle Neukunden sind überfordert, denn sie werden direkt mit einem Verkaufsprozess konfrontiert, für den sie noch gar nicht bereit sind (weil der Prospecting-Teil, das Wecken des Interesses, komplett übergangen wurde). Und wer bei diesem Gedanken bleibt und sich aktuelle, virtuelle Kunstangebote im Netz anschaut, der wird sofort bemerken, dass der überwiegende Teil der Anbieter versucht, einen Verkaufsprozess abzubilden.

Die Reloaded bildet aber einen Marketingprozess ab, was signifikante Auswirkungen auf das Design hat und der Verkaufsprozess ist der Reloaded nachgelagert, in dem direkt integrierten ARTe online Store, auf eine der ARTe Kunstmessen oder ganz traditionell als Atelier- oder Galeriebesuch.

Was also macht das Design der Reloaded so einzigartig ?

Die erste Vorgabe im Design war, dass die Reloaded technisch wettbewerbsfähig und state-of-the-art eine echte Erlebnisumgebung für Kunst sein muss. Die Reloaded will Interesse wecken und das erreicht man nur, wenn man technisch an vorderster Front möglichst reale Umgebungen präsentiert, dem Besucher ein Nahgefühl an Realität vermittelt und ihn so zum bleiben und spielen animiert. Das äußert sich z.B. in der Tiefenwirkung mit Fluchtpunkten, an den Lichtquellen, die die Werke anstrahlen oder an den Spiegelungen im Glas. Wichtig auch, zu jedem Stand ist ein Künstlerporträt hinterlegt, zu jedem Kunstwerk detaillierte Informationen und die Möglichkeit ein Werk tatsächlich auch online sofort kaufen zu können. Für diesen Teil haben sich die Reloaded Macher mit der digitalen Kreativfirma creativworks aus Schwerte zusammengetan, die insbesondere bei der Visualisierung virtueller Kunstwelten bereits auf breite Erfahrungen und eigene Entwicklungen zurück greifen konnte und damit führend in Deutschland ist. Die Reloaded ist weniger ein digitaler Raum, sondern nutzt technische Werkzeuge, die bei Hollywood Produktionen von animierten Filmen oder bei der Entwicklung von Computerspielen zum Einsatz kommen.

Navigation

Direkt zu einem Künstler gehen:
Oben rechts im Bild ist ein kleines ‘Hamburger’ Menu. Durch Anklicken öffnet sich eine kleine Box mit den Namen der ausstellenden Künstler. Ein Klicken auf einen Künstlernamen bringt den Besucher direkt zum Stand des Künstlers.

Umsehen:
Klicken und halten mir der linken Maustaste, dann kann man sich durch Bewegung der Maus umsehen.

Zoom:
Mit dem Scrollrad lässt sich die Darstellung vergrößern oder verkleinern.

Sprung zu neuem Standort:
Durch Klicken auf den Kreis mit dem Pfeil kann man den Messestand von einem neuen Standort betrachten und sich so durch die Messe bewegen.

Informationen zum Kunstwerk:
Nach einem Klick auf das Kreissymbol erscheinen grundlegende Informationen zum Kunstwerk. Zusätzlich können Buttons zur Verlinkung von Detailseiten eingebaut werden.

Das zweite Designkriterium: die Reloaded ist eine 24-Stunden-am-Tag, 7-Tage-die-Woche, 365-Tage-im-Jahr Kunstlandschaft, die niemals schläft. Für eine tatsächliche, befristete, virtuelle Messe sind die logistischen Hürden zu hoch und zu teuer. Zur nahezu unmöglichen Logistik gehört vor allem das digitale Bereitstellen sämtlicher Text- und Bilddaten aller Kunstwerke von allen Künstlern und Galerien zu einem festen Zeitpunkt ‘x’. Und zu teuer wären dann in jedem Fall die Werbemaßnahmen, denn man muss ja den gesamten potentiellen Besucherstrom in ein vordefiniertes Zeitfenster lenken. Das würde nur gelingen, wenn man einen enormen Werbeaufwand betreibt. Viel ökonomischer ist daher ein dauerhafter Betrieb, der ein permanentes Pflegen der Daten ermöglicht und gleichzeitig Kunstinteressenten jederzeit die Möglichkeit des Wiederkommens bietet.

Als drittes Kriterium stand die Frage im Vordergrund, wie schafft es die Reloaded dauerhaft einen Besucherstrom zu generieren? Die Antwort darauf ist die Idee, dass nicht die Besucher zur Reloaded kommen, sondern die Reloaded zu den Besuchern. Und das bedeutet konkret, dass jede ausstellende Galerie und jeder ausstellende Künstler eine ‘Kopie’ der Reloaded auf die eigene Webseite (oder auf jede andere Webseite) nehmen kann (technisch in Form eines i-frames) und der Begriff ‘Kopie’ beschreibt es nicht 100% treffend, denn die ‘Kopie’ kann so individualisiert werden, dass der Besucher seinen Messebesuch genau vor dem Stand der Galerie oder Künstlers beginnt, durch dessen Webseite er zur Reloaded kommt. Mit diesem Konzept wird jeder Aussteller der Reloaded zu einem ‘Messeeingang’ – mit dem Tor genau vor dem eigenen Reloaded Stand – näher ran an den Kunden geht nicht.

Und ist der Besucher erst einmal in der Reloaded, kann er sich durch die gesamte Kunstlandschaft frei bewegen. Und natürlich gibt es auch ‘neutrale’ Messeeingänge, die die ARTe Reloaded auf ihren eigenen Webseite und in ihrer online Werbung verwendet.

Dem vierten Kriterium liegt ein etwas komplexerer Gedanke zu Grunde, die Frage nach dem Aufbau eines Vertrauensverhältnis. Wie erreicht es die Reloaded, dass ein Interessent darauf vertraut, dass sein virtuelles Visualisierungserlebnis auch in der Realität existiert? Kerngedanke der Antwort ist, dass ein vertrauenswürdiger, virtueller Auftritt ‘Brücken’ in die Realität benötigt. Eine Realitätsbrücke der Reloaded ist beispielsweise die offene Standarchitektur der realen ARTe Kunstmessen oder deren unterschiedlichen Standoptionen, die 1:1 in die virtuelle Ausstellungsumgebung übernommen wurden. Auch sind viele der ‘Reloaded’ Aussteller auch gleichzeitig Aussteller auf den aktuellen, realen ARTe Kunstmessen, bis hin zu einem Punkt, dass der reale Messestand gleichzeitig auch virtuell besucht werden kann. Realitätsbrücken sind vertrauensbildend und erhöhen die Glaubwürdigkeit des virtuellen Angebotes.

Und als fünftes Kriterium soll genannt sein, dass die Reloaded eine Struktur im heutigen Dschungel der Unübersichtlichkeit schaffen will. Deswegen ist es kein Ziel der Reloaded möglichst viele Künstler und Kunstwerke zu präsentieren, sondern die Reloaded ist ausschließlich Galerien und Künstlern vorbehalten, die bereits einmal auf eine der ARTe Kunstmessen ausgestellt haben oder werden. Es gilt, weniger ist mehr. Und in dem Prozess der Anmeldung legen die Macher wert auf eine gemeinsame Auswahl der Werke, eine gemeinsame Hängung in der virtuellen Umgebung und eine ansprechende bildliche und textliche Präsentation und damit ist die Reloaded im Ergebnis zu 100% bis auf das einzelne Kunstwerk hinunter juriert.

Und natürlich gibt es auch Besonderheiten im Design, die Herausforderungen mit sich bringen. Das zeitlich durchgängige Konzept der Reloaded bedeutet beispielsweise auch, dass sich ja in der Reloaded permanent ein Teil der ausstellenden Galerien und Künstler in einer Phase des ‘Aufbaus’, ‘Abbaus’ oder des ‘Umbaus’ befinden. Die Reloaded löst das durch das Konzept der ArtCubes: kleine, genormte, quadratische Ausstellungshallen (Cubes), deren Aneinanderreihung in Summe die Reloaded bilden, die aber klein genug sind, um innerhalb dieser Räume alle Veränderungen permanent nachziehen zu können. Und bei allen Veränderungen ist der Engpass die Rechenzeit der Computer, denn die müssen immer wieder einen computeranimierten Film neu berechnen, und das eben nicht nur aus einem Blickwinkel, sondern aus allen vorhandenen Blickwinkeln.

Die Welt braucht aller Wahrscheinlichkeit nach keine weitere virtuelle Kunstmesse. Und das will die Reloaded auch nicht sein, sondern sie ist ein vertrauensvoller Partner sowohl für Kunden als auch für Galerien und Künstler, die ihre Glaubwürdigkeit und Legitimität auch aus der Präsenz sowohl in der realen als auch virtuellen Welt bezieht und ihr Werteangebot an den Kunstliebhaber in erster Linie in ausgesuchter Qualität, verständlicher Struktur und Reduktion im Angebot sieht. Das ist der Kern der Reloaded und das wird sich nicht verändern.