Hassan J. Richter

Hassan J. Richter sieht sich sehr stark als Monumentaldokumentar Ostdeutschlands und der Folgen für dieses Gebiet nach der Wende von 1989. Er spürt den Wunden und Veränderungen nach und hebt diese punktuelle, lokalgeschichtliche Erfahrung metaphorisch auf eine allgemeine Ebene menschlichen Umgangs mit Erfolgen und Krisen, Höhen und Tiefen, Werten und Oberflächlichkeiten des menschlichen Daseins.

Die Orte, an denen meine Bilder entstehen, haben eine magische Anziehungskraft auf mich. Bei jedem Besuch gehe ich auf eine Entdeckungs-  und oftmals eine Erinnerungsreise in die Vergangenheit. Ich spüre den Geist dieser Orte. Ich stelle mir die Menschen vor, wie sie hier gelebt, gearbeitet, geweint und gelacht haben, an diesen Orten einen Teil ihres Alltags gemeinsam verbracht haben. In den alten Gebäuden finden sich Spuren dieses Lebens, genauso wie die Spur der Verlassenheit der Orte mit jedem Stück des abbröckelnden Putzes sich ausbreitet.