Jürgen Grafe

Jürgen Grafe wurde am 30. November 1940 in Dresden geboren. Er studierte von 1964 bis 1969 an der Hochschule für bildende Künste in Dresden Malerei, Graphik und Plastik.

Auf der ARTe präsentiert Jürgen Grafe eine Hommage an Salvador Dali.

Seit 1971 ist der Künstler freiberuflich tätig. Bis zu seiner Ausbürgerung im Jahr 1986 arbeitete er anerkannt als künstlerischer Metallgestalter. In Frankfurt am Main war er zunächst an den Städtischen Bühnen als technischer Assistent verantwortlich für Kulissen- und Bühnengestaltung. Als freiberuflicher Art-Director arbeitete er für diverse Werbeagenturen, u.a. Saatchi & Saatchi oder Conrad & Burnett. Karikaturen zeichnete er nebenbei für den Deutschen Fachverlag in Frankfurt am Main.

Seit der Wiedervereinigung hielt sich der Künstler hauptsächlich in seiner Heimatstadt Dresden auf. Dort arbeitete er freiberuflich im eigenen Atelier. Der Familie zuliebe kehrte er nach Frankfurt am Main zurück. Jürgen Grafe vermarktet sich in der Regel selbst. Zahlreiche selbstorganisierte Ausstellungen und Kunstperformances im In- und Ausland haben ihn vielfach bestätigt.

Jürgen Grafe ist kein Revolutionär, sondern ein Wahrheitssuchender. Dazu bedient er sich verschiedener Hilfsmittel. Seine unverwechselbare Handschrift besteht aus der Kombination von expressiven und surrealen Elementen sowie Informeller Kunst gepaart mit Tachismus.

Die Malerei ist für ihn ein Lebenselixier. Mit der Gewissheit eines Ertrinkenden beschwört er wie ein Schamane mit Pinsel und Farbe ein Gefühl des Freischwebens und Losgelöstseins. So begegnet man als Betrachter vielleicht verwirrenden, abstrakt-figürlichen Bildern und entdeckt auf den zweiten Blick einen außergewöhnlichen, atemberaubenden Zusammenhang von Tönungen in einer unerwarteten Musikalität. Gerade hier hat auch die außergewöhnliche Farbigkeit seiner Bilderwelten ihren Platz, dieses Inferno der Farben, aus dem Hunderte von Augen entgegenblicken, welche sich langsam in Beeren, Luftblasen und schließlich in Perlen verwandeln.

Es war einmal…”, so beginnen nicht nur nahezu viele Märchen, die bis heute mit Hintersinn erzählen, was uns allzu leicht aus dem Blickfeld gerät. In Jürgen Grafe scheint ein solcher Erzähler mit Pinsel und Farbe zu stecken.